Montag, 11.02:
Einrücken mussten wir aufgrund des Besuchstag vom vergangenen Samstag erst heute um 13:00. Als ich kurz nach zwölf auf den Zug wartete, fröstelte es mich leicht am Kopf. Seit heute morgen hatte ich nämlich wieder eine Vier- bis Fünfmillimeterfrisur. Kaum in Aarau ging es schon wieder halb zurück in die Heimat, denn wir spielten in einer abgemagerten Formation anlässlich der Fahnenzeremonie des KDO LBA G74, welche ihre Verbandsausbildung heute in Bremgarten begannen. Während unseres Einsatzes, übrigens der erste mit Helm, hatten die zurückgebliebenen IT. Etwas ungünstig war, dass man mit Helm alles viel besser hört und mir mein etwas kleinerer Kollege Neuenschwander links von mir genau unter den Helm hineinspielte. So waren meine Ohren etwas überlastet und ich hatte anschliessend Probleme mit hören sowie Schmerzen im Ohr. Die Gesamtprobe am Abend war dann wieder etwas länger als geplant, allerdings nicht so lange wie am letzten Mittwoch. Um 23:00 war Schluss.
Dienstag, 12.02:
Das lange Proben des Vortages ging auch heute wieder auf Kosten des Frühsports. Nicht, dass ich etwas gegen länger schlafen hätte, doch Sport mache ich halt auch gerne. So verbrachten wir den Morgen mit IT, Registerprobe und einer Stunde Musiktheorie. Am Nachmittag spielten wir das Konzertprogramm des ersten Saalkonzerts vom kommenden Donnerstag eins zu eins durch. Dies, damit Hptm Horber das Zeitmanagement im Griff hatte. Ausserdem war heute auch zum ersten Mal Wachtmeister Luca Frischknecht unter uns, um die Solocornets zu unterstützen. Allerdings wird er am Konzert am Donnerstag nicht mitspielen. Anschliessend ans Durchspiel, bei dem ich mich leider etwas sehr verausgabt hatte, hatten wir noch Zeit, einige kritische Stellen aus dem Programm auszuarbeiten. Im Anschliessenden Ausgang ging ich zuerst in die Billiard Bar und anschliessend ins PW. Doch da ich damit nicht recht glücklich wurde, beschloss ich zurück in die Kaserne zu gehen. Dort spielte ich ein paar tiefe Töne auf dem Instrument, um die Lippen zu lockern, denn das heute Nachmittag war etwas zuviel gewesen.
Mittwoch, 13.02:
Heute stand bereits die letzte Lektion Rhytmik und Bewegung auf dem Programm. Wieder verbesserten wir uns im bereits beim letzten mal eingeübten Geographie-Rhytmik-Text. Den Rest des Morgens hatten wir zuerst eine Satzprobe kleines Blech und danach RIGA. Am Nachmittag im Tri-Fit-Test schaffte ich im 12-Minuten-Lauf in der Turnhalle zwanzigeinhalb runden, was 3075 Metern entspricht. Anfänglich konnte ich im Schlepptau von Schlagzeuger Stricker joggen, doch als Gegenleistung übernahm ich in der Schlussphase die Führung, er dankte mir bereits während dem Überholen dafür. Die restliche Zeit des Tages verbrachten wir mit zwei Gesamtproben, eine vor und eine nach dem Nachtessen. Wir hatten jetzt die Möglichkeit, dem Konzertprogramm den letzten Schliff zu geben.
Donnerstag, 14.02:
Am Morgen hatten wir zuerst Zeit, uns richtig einzuwärmen, um Abends beim Konzert dann auch richtig fit zu sein. Anschliessend gab es ein knapp stündige Gesamtprobe, bei der wir schonungsvoll die neuralgischen Stellen des Konzertprogramms nochmals durchspielten. Während das Detachement Bühne bereits um zehn nach elf Mittagessen hatte und anschliessend nach Steinach verschiebte, um das Konzertlokal einzurichten, hatten wir etwas mehr Zeit, um Tenue A zu erstellen und alle persönlichen Effekten vorzubereiten. Denn wir kehrten diese Woche nicht mehr nach Aarau zurück. Um 13.15 war dann der Start der Verschiebung Richtung Neuchlen, wo wir heute Nacht schlafen sollten. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Etwa fünfundzwanzig Kilometer vor St. Gallen war Schluss mit unserem Car. Aus irgend einem Grund war das Kühlwasser überhitzt und eine Weiterfahrt war unmöglich. So warteten wir etwas zwei Stunden auf den Ersatzcar, der uns direkt zur Vorprobe nach Steinach fahren sollte. In der langeweile des Wartens war auch ein "Jackass-like"-Film entstanden mit mir in der Hauptrolle. Anschliessend schrieben mit einige der Kollegen der Sadomaso-Szene zu oder fragten sich ab meiner Dummheit. Allerdings war das Interesse auf das Video riesig, wie das bei Dummheiten eben ist. Nach der etwas verkürzten Stellprobe gingen wir in die Kaserne Herisau für das Nachtessen. Wieder zurück in Steinach liefen jetzt die letzten Vorbereitungen auf das Konzert: Einspielen, warm werden, einstimmen und schon gings ab auf die Bühne. Durch mein Anfangs aufgesetztes lächeln, natürlich für eine gute Präsentation, fühlte ich mich auf der Bühne bald so wohl, dass ich jede Sekunde des Konzerts genoss. Natürlich gab es einige Fehler zu verzeichnen, doch das kümmerte mich nicht gross, ich hatte einfach nur Spass. Nach dem gemeinsamen Aufräumen des Gemeindesaals bezogen wir die Zimmer in der Kaserne Neuchlen. Meiner Meinung wäre ein vorheriger Zimmerbezug auch gar nicht unbedingt notwendig gewesen, schliesslich waren wir so schon genügend in der Gegend herum gefahren. Etwa um halb eins war dann endlich Lilö und ich schlief ziemlich rasch ein.
Freitag, 15.02:
Tagwache war verdankenswerterweise erst um 7:00 Uhr. Nach der Reinigung der Kaserne (ich meldete mich freiwillig und musste dann das WC putzen) verschiebten wir nach Herisau für das Morgenessen. Etwa um 9:00 Uhr kamen wir dann in St. Gallen an, wo wir uns in der OLMA Halle 2.1C einrichteten für eine Gesamtprobe. Kein schlechtes Lokal für eine Gesamtprobe, möglich war dass, da wir hier am Nachmittag an einem Rapport spielen mussten. Nach dem feinen Mittagessen im OLMA-Restaurant und einem kleinen Ausflug in die Stadt waren wir dann um 13:20 bereit für die Umrahmung des Infanterie Brigade 7 Rapportes. Nicht zuletzt wegen des Gastredners aus dem Österreichischen Bundesheer, dauerte der Rapport relativ lange. Doch kurz nach 18:00 Uhr wurden wir dann bereits hier in St Gallen in den Wochenendurlaub entlassen. Wie klein die Welt ist, merkte ich dann im ICN von St Gallen nach Zürich. Mehr oder weniger durch Zufall kam ich ins Gespräch mit einer jungen Frau, welche sich später als Kollegin unseres Soloposaunisten Rist herausstellte und mit ihm die Kantonsschule besuchte. So vergingen die etwas mehr als sechzig Minuten Zugfahrt in Windeseile.
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