Montag, 10.03:
Der Morgen begann mit Spielführung auf der Strasse zur Kaserne. Dies, damit wir bei der Inspektion ein Falle machen werden. Allerdings liessen wir die Instrumente für heute noch in den Koffern. Danach im IT beschäftigte ich mich mit dem Solo, welches ich an der SBV-Abschlussprüfung spielen werde. Ausserdem übte ich weiter an den vielen Tonleitern und Intervallmodellen, ebenfalls für die Prüfung. Vor dem Mittag hatten wir dann noch eine Gesamtprobe. Heute gab es für mich 2 Päckli, eines von Grosi und eines von Christoph Scheidiger. Am Nachmittag übten wir dann im Register am Stück Unisons. Wir konnten Fortschritte machen, auch wenn die Probe nicht geleitet war, was mich erfreute. In der anschliessenden Gesamtprobe spielten wir neben anderen neuen Stücken eines, welches unser Leutnant Lugon als Maturarbeit komponiert hatte. Beim Nachtessen hielt ich mich heute etwas zurück, denn anschliessend hatten wir den Sport-Test. Jetzt freute ich mich sehr über den Fruchtsaft von Christoph, denn ich war etwas müde und nicht sorecht fit, doch nach dem Genuss des Saftes fühlte ich mich gleich besser. Noch ein Energy-Drink sowie ein Guarana-Kaugummi von Daniela, dann war ich definitiv in höchstform. Leider waren dann aber meine Leistungen im Stangenklettern und im Standweitsprung zu schlecht, als dass es noch für das Sportabzeichen gereicht hätte. Das wusste ich schon vor dem Zwölfminutenlauf. Trotzdem gab ich ziemlich gas, auch wenn ich wohl nicht ganz 24 Runden gemacht habe (1 Runde = 150m, 24 Runden = 3600m), wie für mich aufgeschreiben wurde. Leider gab es bei vielen ein Durcheinander und die Rundenzahlen stimmten bei den wenigsten. Nach einem Vergleich mit einem Kollegen kam ich aber auf das Resultat, dass ich wohl 23 Runden gemacht haben musste. Das gab immer noch 3450m. (Die effektive Runden-Strecke ist 135m, das gäbe 3105m, doch da man eine Acht springen muss (und es somit schwieriger ist), werden pro Runde 150m berechnet.)
Dienstag, 11.03:
Am Morgen hatten wir in zwei Gruppen wieder einmal Rhytmik und Bewegung, da wir dies bei der Inspektion vorführen werden. Im anschliessenden IT übte ich wieder für mich, allerdings machte ich das Warm-Up mit Trompeter Eggler (Er meinte, wenn er mit mir einspielt sei er bestimmt gut eingespielt). Bis zum Mittagessen schauten wir uns Konzertliteratur an, unter anderem Storbystev als Alternative für den Start des zweiten Konzertteils. Am Nachmittag standen eine Gesamtprobe sowie die Befehlsausgabe für die Inspektion und die CD-Aufnahmen auf dem Programm. Anfangs war ich im Büro von Hptm Horber, um Werbung für das Konzert in Birmenstorf zu organisieren. (Zeitungsartikel o.ä.). Anschliessend ging ich mit Ihm in die Gesamtprobe zur Befehlsausgabe. Meine Bemerkung, dass ich es schade finde, dass wir einen Marsch aufnehmen müssen, welchen wir sonst nur an militärischen Anlässen spielen müssen nahm er sehr persönlich (er ist Komponist dieses Marsches). Ich musste mir also beinahe eine Hasstirade anhören deswegen. Er dachte sogar, ich sehe es als seine Onanie an, dass er den Marsch aufnehmen will und meinte er könne immer noch selber entscheiden, was auf die CD kommt. Daran habe ich nie gezweifelt, weshalb ich auch einen 6.5er ausfüllte, um mich zu entschuldigen und dieses Missverständnis zu klären (Zeit hatte ich, da er mich rausschickte). Später war ich dann zurück bei meinen Kollegen, als wir nach Lützelflüh fuhren, um dort in der Kirche für die dort stationierten Truppen sowie die Zivilbevölkerung ein Konzert zu geben. Danach hatten wir einen kurzen Ausgang, nämlich von 20:45 bis 22:30. Diesen verbrachte ich mit lesen des Dienstreglement, denn der ZS vom Mittag beschäftigte mich noch immer stark. So konnte ich mich immerhin über meine Rechte informieren, und sah auch, dass ich rechtlich korrekt gehandelt habe, auch wenn die Bemerkung wohl etwas dumm gewesen war.
Mittwoch, 12.03:
Vor dem Morgensport diskutierten wir über das weitere Vorgehen wegen den falschen Resultaten des Zwölfminutenlaufs. Danach joggten wir zum ersten Mal ein wenig durch die Stadt Bern. Im IT wärmte ich mich wieder mit Trompeter Eggler auf. Anschliessend hatten wir eine sehr kurze Gesamtprobe, nur etwa 15 Minuten. Denn da der Hauptmann gestern in einen Registerraum kam und jemand schlafend vorfand, gab es von 9:45 bis 11:15 befohlene Ruhe. Für mich war das herrlich, denn ich konnte in meinem Buch weiterlesen und schlief dann sogar noch für etwa eine halbe Stunde. Um 11:30 hatten wir bereits das Mittagessen. Danach konnte ich weiterlesen. Um 13:00 war ich dann einer der wenigen, die den Befehl, das Instrument zu reinigen, ernstnahmen. Dafür musste ich wieder Tenue C anziehen, da wir wegen der befohlenen Ruhe im Tenue Sport essen durften. Nach dem erneuten Tenuewechsel, diesmal ins Tenue A, fuhren wir um 14:20 los nach Sempach. Nach der Vorprobe fürs Konzert wurde uns das Nachtessen im Restaurant Seeland in Sempach vom Militär offeriert, da das Verpflegungszentrum Emmen keinen Platz mehr hatte. Ich setzte mich als dritter Ankömmling im Restaurant an einen neuen Tisch und war dann bis zum Schluss der einzige am Tisch, worauf ich von meinen Kollegen den Vorwurf bekam, ich könne mich nicht einmal zu den andern setzen. Nun gut, ein wenig Ruhe war sowieso nicht schlecht für mich. Leider hatte ich den ZS vom Vortag noch immer nicht ganz verarbeitet. Dafür nahm ich mir jetzt Zeit. So war ich dann am Konzert genügend bei der Sache, um mich voll auf das Musikalische konzentrieren zu können. Zu meiner Freude befanden sich mein Gotti, Käthi und Hans Grütter sowie die Schwiegereltern von einer Ihrer Töchter im Publikum. Nicht zu vergessen auch meine Mutter mit ihrer Pflegefrau Anni sowie Ruth und besonders mein Vater, der mir nämlich ankündigte, nicht zu kommen.
Donnerstag, 13.03:
Heute konnten wir die letzten Vorbereitungen treffen für die Inspektion am Freitag. So hatten wir am Nachmittag nochmals Spielführung, diesmal mit Instrument. Unsere Wachtmeister mussten allerdings ein dickes Fell haben, denn da sie die Zeichengebung nicht mehr 100% im Griff hatten, mussten sie einen ZS nach dem anderen Einstecken. Zum Glück hatten wir dann am Abend Ausgang. Nach dem FAK-Essen ging ich zum erstenmal in den Aufenthaltsraum der Kaserne und eiferte nach den Simpsons und einer Wissenssendung dem HCD nach, der heute das letzte Viertelfinalspiel gegen Zug bestritt. Im Aufenthaltsraum lernte ich auch einen Anwalt kennen, der hier in Bern im Büro seine restlichen Diensttage damit verbrachte, an einer Verordnung zu arbeiten, die irgendwie im Zusammenhang mit dem Völkerrecht stand. Leider war um 22:30 ABV, so konnte ich nicht ganz alles schauen, doch da Davos fünf Minuten vor Schluss 3:0 in Führung lagen, war der Fall eigentlich klar.
Freitag, 14.03:
Heute ist also der Grosse Tag der Inspektion. Ich ertappte mich dabei, dass ich fast vom aufstehen am Morgen an jede Handlung genaustens überlegte, um ja nichts falsch zu machen. Die Inspektion bestand aus einem Empfang im Stil eines Ehrendienstes. So spielten wir nach dem Einführungsmarsch die Schweizer Nationalhymne, den Fahnenmarsch, bei welchem der Divisionär Corminboeuf, Kdt Ter Reg 1, die Ehrengarde bestehend aus Motfahrern, Betriebssoldaten und einigen Musikern beaugapfelte und verschiebten danach auch schon wieder in Zweierkolonne in Richtung Proberaum. Dort fand als nächstes die R+B-Lektion statt. Danach versammelten wir uns alle im Gesamtproberaum und der Divisionär erklärte uns, was als nächstes zu Tun sei. Als Überraschungsauftrag mussten wir vor der Residenz des Französischen Botschafters ein Platzkonzert geben, wobei wir um Punkt 11:00 mit der Marseillaise beginnen und um 11:30 damit aufhören sollten. Nach dem Mittagessen gab uns der Divisionär die Beurteilung unserer Leistung bekannt. Sehr gefallen hatte ihm der Einsatz bei der Botschafterresidenz, zu der wir in Zweierkolonne mit Trommel im französischen Stil verschiebten. Allerdings stellte er auch einige Mängel in der Marschmusik fest (Wir hatten ja auch nicht wochenlang geübt :-) ). Doch mit dem Gesamtresultat 4, also sehr gut, konnten wir mehr als zufrieden sein. Auch Hptm Horber strahlte und dankte uns für die tolle Arbeit. dank der guten Bewertung konnten wir nach einer kurzen Gesamtprobe und dem Nachtessen bereits kurz vor halb Sechs in den Urlaub abtreten. Allerdings konnte Hptm Horber nicht auf den Vorschlag des Divisionärs eingehen und uns Urlaub bis Montag Morgen gewähren, da wir ja dann bereits im Tonstudio sein werden, um die CD aufzunehmen.
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